Evolutionsdruck und Aggression als Überlebensmechanismus

 
Vor ca. 6-7 Millionen Jahren verließen wahrscheinlich die ersten aufrecht gehenden Hominiden die Urwälder Afrikas um fortan eine Leben in der Savanne zu führen. Man nimmt an, dass einer der wichtigsten Gründe dafür war, dass diese Individuen in großen Gruppen den wandernden Tierherden folgten. Für sie war es relativ einfach an große Mengen eiweißreicher Nahrung zu kommen indem sie sich von frisch verendeten Tieren ernährt haben. Entgegen früherer Annahmen gehen die meisten Forscher heutzutage davon aus, dass die ersten Menschen demnach keine Jäger, sondern streng genommen Aasfresser waren.
 
Dennoch war dies eine relativ gefährliche Zeit für diese Frühmenschen. Andere Hominidenstämme und Raubtiere gefährdeten die Sicherheit der eigenen Gruppe jeden Tag. Beim Zusammentreffen mit Gefahren gab es nur zwei mögliche Handlungsweisen. Die Flucht der Gruppe oder die Gunst des ersten Angriffs. Flucht hat dabei den Nachteil, dass man unter Umständen vielversprechende Nahrungsquellen aufgeben musste. Ein Abschätzen der Risiken und ein Angriff stellten für die Gruppe dabei einen elementaren Vorteil da. Je fremder dabei der Opponent, desto schwieriger das Abschätzen der Gefahr. In so einem Fall ist es von Vorteil das Fremde erstmal als größtmögliche Gefahr anzusehen. Eine Gruppe mit einem angeborenen Sinn für Xenophobie ist solchen gegenüber im Vorteil die diese Eigenschaft nicht hat. Xenophobie alleine führt allerdings nicht weiter. Sie sollte immer gepaart sein mit einem gewissen Maß an Neugierde. Eine rein Xenophobe Gruppe hätte den Dschungel wohlmöglich niemals verlassen.
 
Halten wir fest: Eine grundlegende Xenophobie gepaart mit Neugierde und der Eigenschaft das Gefährliche aktiv anzugreifen, stellte für eine Gruppe in der frühen Zeit der Menschheitsgeschichte einen immensen evolutiven Vorteil da.
 
Erst einige Zeit der Menschheitsgeschichte später führten eiweißreiche Ernährung, Aufrichten und das durch den aufrechten Gang bedingt frei werden der vorderen Gliedmaße zu einem Anstieg der Hirnvolumen und einer Vermehrung der Neuronen. Es bildete sich der sogenannte Neocortex aus. In diesem Neocortex liegen die sogenannten höheren Funktionen des Verstandes. Hier befinden sich Gewissen, Sprache, Empathie und so weiter.
 
In der Menschheitsgeschichte haben sich also Xenophobie, Neugierde und Aggression deutlich vor den höheren Funktionen wie Gewissen, Sprache und Empathie entwickelt.
 
Noch viel später kam zu den angeborenen Programmen so etwas wie Kultur. Jede Art von Gerechtigkeitsmodell, Partnerschaften und Kunst sind damit nicht Teil der Natur des Menschen, sondern Teil der Kultur. Kultur wird über Meme entwickelt und weiter gegeben. In diesem Bereich sind selbstverständlich auch die Religionen anzusiedeln. Dem Bereich der Kultur werde ich mich im nächsten Teil meines Blogs näher widmen.
 
Der Boden und Kern aller Kultur ist dabei aber immer die Natur. Bei allen Betrachtungen von Gewalt und Aggression darf man also nicht ausser Acht lassen, dass der Menschheit eine Kombination aus Aggression, Xenophobie und Neugierde mit in die Wiege gelegt wurde. Die meisten Gesellschaften heutzutage haben unterschiedliche Arten mit diesem Erbe umzugehen.
 
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